Wahlprüfstein 1: Datenerhebung zur geburtshilflichen Versorgung

Dreh- und Angelpunkt der Wahlprüfsteine ist die Sicherstellung der optimalen Versorgung von Schwangeren und jungen Familien mit Hebammenhilfe in NRW.

Unsere Frage im ersten unserer Wahlprüfsteine gilt deshalb der Datenerhebung zur geburtshilflichen Versorgung. Es existiert kein zuverlässiges Erfassungssystem, das die geburtshilfliche Versorgung in NRW sichtbar machen würde.

Lesen Sie mehr dazu in unserem Wahlprüfstein. Dort finden Sie auch die Forderungen des Landesverbandes NRW.

Wahlprüfstein Datenerhebung zur geburtshilflichen Versorgung

CDU NRW, Guido Hitze: "[….] Die aufgeführten Positionen und Wünsche haben wir mit großem Interesse zur Kenntnis genommen und festgestellt, dass viele Punkte auch für die CDU Nordrhein-Westfalen von großer Wichtigkeit sind. Hebammen leisten einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag, wenn es um die Versorgung von Schwangeren, Müttern und Familien geht. Die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Hebammenhilfe ist dabei von besonderer Bedeutung. Ich möchte exemplarisch folgende Punkte aufgreifen: 1. Datenerhebung zur geburtshilflichen Versorgung: Die Situation der Datenerhebung halten wir in Bezug auf die Tätigkeit der Hebammen für deutlich verbesserungswürdig. Es sollte ein Meldesystem aufgebaut werden, auf dem auch eine Erforschung der Versorgungsqualität aufgebaut werden kann. [….]"

FDP, Gütersloh, Rainer Gellermann: "Zur Sicherung einer optimalen Abdeckung mit geburtshilflicher Versorgung benötigen wir Informationen zur Weiterentwicklung des Hebammenberufs. Dabei muss allerdings stets geprüft werden, ob die Daten zielgerichtet erhoben werden, oder ein neues bürokratisches System geschaffen wird. Des Weiteren muss bei allen erhobenen Daten der Datenschutz beachtet werden."

FDP, Heinsberg, Jorge Klapproth: „Wir brauchen aktuelle Daten über die geburtshilfliche Versorgung in Nordrhein-Westfalen. Die FDP-Landtagsfraktion hat bereits 2014 in ihrem Antrag zur Zukunft der Geburtshilfe gefordert, eine Bestandsaufnahme zur Zahl und Tätigkeit freiberuflicher und angestellter Hebammen in NRW durchzuführen. Damit soll festgestellt werden, in welchen Regionen eine Unterversorgung bereits besteht oder droht. Wir wollen zudem ein Verfahren einführen, mit dem diese Daten für die Zukunft fortgeschrieben werden können.“

FDP, Dortmund, Frieder C. Löhrer: "Ihre Position können wir vollumfänglich unterstützen. Die Datensicherheit ist sicherzustellen."

FDP, Johannes Vogel, Landesverband NRW, Generalsekretär, Mitglied des FDP-Bundesvorstands:
"Wir brauchen aktuelle Daten über die geburtshilfliche Versorgung in Nordrhein-Westfalen. Die FDP-Landtagsfraktion hat bereits 2014 in ihrem Antrag zur Zukunft der Geburtshilfe gefordert, eine Bestandsaufnahme zur Zahl und Tätigkeit freiberuflicher und angestellter Hebammen in NRW durchzuführen, um so gezielt überprüfen zu können, in welchen Regionen eine Unterversorgung hinsichtlich der Hebammentätigkeit bereits besteht oder droht und so auch geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Diese Datenerhebung muss von der Landesregierung endlich durchgeführt werden. Zudem ist ein Verfahren einzuführen, mit dem diese Daten für die Zukunft fortgeschrieben werden können."

Die Grünen Duisburg, Andrea Wöhrle: „Ich unterstütze die Empfehlungen des Landesverbands der Hebammen NRW vollumfänglich!“

Die Grünen NRW, Dariusch Rimkus: "Ein Beispiel für die Fehlentwicklungen der letzten Jahre ist die Geburtshilfe. Hier hat es der Bund veräsumt, eine tragfähige, demografiefeste Versorgung sicherzustellen und den Eltern die Wahlfreiheit zu sichern, wo und wie ihr Kind zur Welt kommen soll."

Die Grünen, Aachen, Karin Schmitt-Promny, Jonas Paul, Eva Malecha, Lukas Benner u.a. Kreisverbände : "Durch eine Änderung der Meldevorgaben auf Bundesebene wollen wir ein klares bild der Versorgug mit Hebammenhilfe erhalten. bisher ist die Datenlage sehr ungenau. Entsprechend der Empfehlung des Runden Tisches Geburtshilfe der Landesregierung wurde deshalb auch eine Studie in Auftrag gegeben, die Arbeitszeit, Arbeitsaufwand, Tätigkeitsspektrum und Bezahlung von freiberuflichen Hebammen erfassen soll."

GRÜNE EN (Ennepe-Ruhr), Thomas Schmitz: "Da die Datenlage zur Versorgung mit Hebammenhilfe insgesamt sehr ungenau ist, wollen wir auf Bundesebene die Meldevorgaben ändern, so dass ein aussagekräftiges Bild zur Versorgung mit Hebammenhilfe entsteht. Ergänzend dazu sollte eine Studie zur Feststellung von Tätigkeitsspektrum, Arbeitszeit und -aufwand sowie zur Entlohnung freiberuflicher Hebammen in Auftrag gegeben werden. Dies hat der Runde Tisch Geburtshilfe der Landesregierung empfohlen. Dieser Empfehlung ist die Landesregierung zwischenzeitlich gefolgt und hat eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben."

GRÜNE Höxter, Uwe Rottermund: "Nun bin ich ein lediger und kinderloser Mann, der persönlich nicht direkt von Geburten betroffen ist. Dennoch ist mir das Thema nicht fremd, da ich mehrmals direkt und persönlich mit einer befreundeten freiberuflichen Hebamme darüber diskutiert habe. Und eben auch im Freundes- und Bekanntenkreis entsprechende vielfältige Eindrücke habe gewinnen können.

Darüber hinaus verfolge ich (wie viele meiner GRÜNEN Kolleg*innen) einen ganzheitlichen Ansatz.
Bei mir persönlich spielt die - Sie verzeihen mir meine vielleicht etwas technische Ausdrucksweise - biologische, evolutionäre und psychologische Denke eine entscheidende Rolle. Die Entfremdung vom eigenen Ich, die Technisierung des Geburtsvorganges und die Ignoranz sowie die mangelnde Empathie gegenüber natürlichen Abläufen sehe ich mit Unverständnis und durchaus auch mit einer gewissen Traurigkeit.

Doch nicht alle Menschen sind so, ich treffe immer wieder Frauen und Männer, die sich nicht in Systeme zwängen lassen wollen. Die eine Wahlfreiheit haben und erhalten wollen. Dazu gehört auch die Entscheidung über die Art und Weise der Geburt.

Deshalb ist es ganz wichtig, die Schwangerschaftsbegleitung, die Geburt und die Nachsorge auch vom Krankenhaussystem (was für ein Wort in diesem Zusammenhang!) zu lösen. Und dafür ist es eben auch notwendig, dass die freie Begleitung durch Hebammen gut und unabhängig erfolgen kann.

Ihr Wirkungsfeld ist nicht der Bereich, in dem ich kompetent bin. Ich habe mir unsere GRÜNEN Positionen zu Ihren Wahlprüfsteinen durchgearbeitet. Dies entspricht auch meinen relativ laienhaften Vorstellungen. Doch KeineR kann alles und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind Teamplayer."

Die Grünen, Krefeld, Monika Brinner: „Das Problem der ungenauen Datenlage muss schnell behoben werden. Ich setze mich dafür ein, dass gesetzliche Meldevorgaben verankert werden, um einen Überblick und Transparenz zu gewährleisten. Dies könnte man beispielsweise ebenfalls durch eine Studie erreichen, wie sie die Landesregierung bereits in Auftrag gegeben hat. Dies ändert jedoch nichts an der Notwendigkeit gesetzliche Meldevorgaben zu verankern.“

GRÜNE, Märkischer Kreis, Jörg Pyzalla: „Sie hatten mir eine Anfrage geschickt. Daraufhin habe ich mich mit den Fachleuten in meinem Wahlkampfteam und mit der zuständigen Mitarbeiterin, welche in Düsseldorf für die Grünen mir zuarbeitet, besprochen.
Ich selbst bin als sachkundiger Bürger ehrenamtlich tätig und habe eine Bundeswehrausbildung. Mein zentrales Wahlkampfthema ist Verkehrspolitk und das Hauptthema dieser Wahlzeit ist Sicherheitspolitik.
Ich bin von meinem Verständnis als christlich geprägter Mann bei dem Gesundheitsthema Hebammenpolitik außen vor.
 Die zuständigen Mitarbeiterinnen teilen meine Meinung zu Ihrem Spezial Thema selber keine Erklärungen abzugeben, weil ich nur Fachleute zitieren könnte. Selber bin ich aber durch die tägliche Arbeit lebenskundlich für eine 
Besprechung vorbereitet. Daher habe ich mir überlegt, Sie einzuladen mit unseren bündnisgrünen Fach Frauen ggf. einen Termin zu haben.
Ich bin mir sicher das unserer Gesundheitsbereich, unsere Heil und Pflege Kräfte zur Zeit sehr belastet und zu wenig wertgeschätzt werden.
Übergreifend beurteilt fehlen bei allen Gesundheitsberufen wohl Arbeitskräfte und finanzielle Mittel. Ich danke Ihnen für Ihre Anfrage, damit habe ich einen Einblick in Ihr Spezial Thema gewonnen.Im Namen aller Kollegen bitte ich Sie am 14. 5. an der Landtagswahl teilzunehmen und unser demokratisches System mitzutragen.“

GRÜNE OWL (Ostwestfalen-Lippe), Norika Creuzmann: "Die Forderungen der Hebammen-Verbände treffen bei mir immer auf offene Ohren, bin ich doch bei 4 Entbindungen liebevoll und professionell begleitet worden. [….] Die Bundesregierung hat es veräumt, eine tragfähige, demografiefeste Versorgung sicherzustellen. Ganz besonders die Situation im ländlichen Raum muss gestärkt werden."

Die Linke, NRW, Gabi Lenkenhoff:
„In Deutschland sind keine statistisch validen Aussagen zur Anzahl der im klinischen und außerklinischen Bereich tätigen Hebammen verfügbar (Abschlussbericht Der Runde Tisch Geburtshilfe, S. 31) und „nur in sehr reduziertem Ausmaß Informationen zur Gesundheit von Frauen in der Lebensphase von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit“ (ebd.: 33). Nach Ansicht der LINKEN ist dies ein unhaltbarer Zustand, der ohne Wenn und Aber sofortiger Maßnahmen bedarf – vor allem auf bundespolitischer Ebene.
Der vom Runden Tisch Geburtshilfe (RTG) empfohlenen „Befragung aller Frauen in Nordrhein-Westfalen, die innerhalb eines festzulegenden Zeitraums geboren haben“ (S. 11) sowie der parallelen Befragung aller „im entsprechenden Jahr in Nordrhein- Westfalen praktikzierenden Hebammen“ steht DIE LINKE offen gegenüber.
Einige Grundprobleme sind jedoch bekannt: Mangelhafte Versorgung, vor allem im ländlichen Raum, unzureichende Vergütung, Haftpflicht und Sicherstellungszuschlag; hierzu brauchen wir keine weitere Forschung sondern politisches Handeln.

Die Erhebung aussagefähiger Daten unterstützen wir sehr, wobei die Ergebnisse des Runden Tisches Geburtshilfe (RTG) auch bundespolitischen Handlungsbedarf belegen. DIE LINKE im Bundestag erhebt deshalb seit Jahren in Anträgen die Forderung nach der Erhebung aussagekräftiger Daten, auf deren Basis eine alle Sektoren (ambulant, stationär, Reha-Versorgung) und alle Gesundheitsberufe umfassende Bedarfsplanung und Versorgungssteuerung einzuführen bzw. umzusetzen ist: dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/041/1804187.pdf.

Sofern es neben der Umsetzung der vom RTG empfohlen Datenerhebung noch weiteren Bedarf gibt, stehen wir dieser Forderung offen gegenüber.

Eine regelhaft stattfindende 1:1-Betreuung während der Geburt sollte in einem reichen Land wie Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein. DIE LINKE hat hierzu bereits mehrfach Anträge eingebracht und Druck in diese Richtung gemacht (jüngst mit der Beauftragung eines Gutachtens beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages „Zur Frage der Sicherstellung einer angemessenen personellen Ausstattung mit Hebammen in stationären Geburtshilfeeinrichtungen in ausgewählten Ländern“, s. www.bundestag.de/blob/498952/e6d987867d45ea04396edc12a38aa6d3/wd-9-079-16-pdf-data.pdf;
Antrag im Bundestag: dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/014/1801483.pdf.

Wenn es offene Fragen gibt, unterstützen wir entsprechende Erforschung qualitativ optimaler Versorgung.“

 

Piratenpartei Rhein-Sieg, Wolf Roth: "ich bin Direktkandidat für den Wahlkreis 28 (Rhein-Sieg Kreis IV) für die Piratenpatei und habe zwei Kinder und vier Enkel, die nur mit Hebamme einen guten Start ins Leben gefunden haben. Schon persönlich bin ich daher der Auffassung, dass der Umgang mit Hebammen in Deutschand, deren Entlohnung und die Gestaltung der Haftungsfrage, die durch sprunghaft steigende Versicherungskosten immer mehr Hebammen aus dem Beruf drängt, dringend geändert gehört.
In unserem Wahlprogramm haben wir bestätigt, dass uns der Erhalt der Wahlfreiheit des Geburtsortes für Frauen und der Erhalt der Versorgung mit Hebammenhilfe wichtig ist. Jede Frau muss einen Anspruch auf Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme haben, ob zuhause, im Geburtshaus oder in der Klinik.[...] Unabhängig von einem Einzug in den Landtag werden wir uns daher weiterhin für die Stärkung des Hebammenberufs einsetzen."

SPD NRW, Düsseldorf, André Stinka, Generalsekretär: „[….] Wir teilen Ihre Auffassung, dass es zur Entwicklung von bedarfsgerechten Lösungsansätzen auch eine Datenerhebung zur geburtshilflichen Versorgung geben muss. Zu wenig wissen wir über die tatsächliche Versorgungslage. Wir werden deshalb die Ergebnisse über die Situation der geburtshilflichen Versorgung und die tatsächlichen Bedarfe in NRW sorgfältig analysieren und daraus notwendige Handlungen ableiten.“