Bewerbungstipps

Der Beruf der Hebamme ist eine Herausforderung: hohe Verantwortung, der Umgang mit Menschen in einer Ausnahmesituation und unregelmäßige, nur schwer planbare Arbeitszeiten sind nur einige Aspekte. Das erfordert geistige und körperliche Fitness ebenso wie ein hohes Maß an Empathie, Geduld und Standfestigkeit auch bei schwierigen Entscheidungen. Wenn Sie den Berufswunsch Hebamme haben, sollten Sie zunächst ein Praktikum in einer geburtshilflichen Einrichtung absolvieren. Die konkrete Auseinandersetzung mit dem Beruf vermittelt Ihnen eine Vorstellung davon, was auf Sie zukommt. Sie gewinnen Einblicke in das Berufsleben, die Ihnen bei der Entscheidung helfen. Ein Praktikum wird außerdem an vielen Hebammenschulen gern gesehen und erhöht Ihre persönlichen Chancen – manche Schulen setzen ein Praktikum sogar voraus. 

Überzeugendes Motivationsschreiben

Wenn Sie eine Ausbildung als Hebamme anstreben, ist es sinnvoll, sich an mehreren Schulen zu bewerben, um die Chancen zu erhöhen. Die Zahl der Ausbildungsplätze ist rar und eine Bewerbung ist ein Stresssituation, in der leicht etwas schief gehen kann. Der erste Eindruck, den Sie hinterlassen sind Ihre Bewerbungsunterlagen. Achten Sie darauf, dass alles vollständig ist. Welche Unterlagen Sie einreichen müssen, können Sie an der jeweiligen Schule erfragen. Überzeugen Sie mit Ihrem Motivationsschreiben: Zeigen Sie, dass Sie ernsthaft an der Ausbildung zur Hebamme interessiert sind und ein klares Ziel vor Augen haben. Legen Sie dar, welche Fähigkeiten Sie mitbringen und welche Berührungspunkte Sie mit dem Beruf haben. Erläutern Sie Ihre Beweggründe, Hebammen werden zu wollen und warum Sie Ihrer Meinung nach dafür geeignet sind.

Ein Tipp vorweg: Dass Sie Babys süß finden und über langjährige Erfahrung als Babysitterin verfügen, ist schön, kann aber allein nicht überzeugen. Wenn Sie bereits ein Praktikum absolviert haben, gibt es sicher eine Situation, anhand der Sie schildern können, was Ihnen gut gelungen ist: Vielleicht konnten Sie eine Schwangere einfühlsam begleiten und haben gemerkt, dass Sie auch in stressigen Momenten den Überblick behalten? Dann rein damit ins Motivationsschreiben. 

Der persönliche Eindruck entscheidet

Die formalen Voraussetzungen für einen Ausbildungsplatz sind zwar an allen Schulen gleich, aber der persönliche Eindruck spielt eine wesentliche Rolle. Ihr persönlichen Fähigkeiten können Ihrer schriftlichen Bewerbung nicht entnommen werden. Die einzelnen Schulen filtern daher anhand der Unterlagen Bewerberinnen heraus, die nach 'Aktenlage' geeignet erscheinen. Wesentlich für das Auswahlverfahren ist der Eindruck in Gruppengesprächen und bei der Befragung durch das Bewerbungsgremium. Wichtig ist es, dass Sie authentisch auftreten. Antrainiertes – vermeintlich erwünschtes – Verhalten wirkt meist gekünstelt. Seien Sie selbstbewusst und treten Sie so auf, wie es zu Ihnen passt.

Sollten Sie abgelehnt werden, muss das nicht das Ende Ihres Berufswunsches sein. Wenn Sie bereit sind, sich dem Bewerbungsverfahren noch einmal zu stellen, können Sie Ihre Aussichten durch weitere praktische Erfahrung verbessern. Im direkten Kontakt mit Hebammen in geburtshilflichen Einrichtungen können Sie zudem ein fundiertes Feedback zu Ihrer Eignung erhalten. 

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung. Vielleicht können wir Sie schon bald als Kollegin begrüßen. Wir freuen uns auf Sie!