08.07.10
Am 5. Juli ist die Entscheidung der Schiedsstelle gefallen. Für eine Beleggeburt bekommt eine Hebamme zukünftig 8 Euro mehr, für eine Hausgeburt 100 Euro. Die bereits im Januar angebotene Gebührenerhöhung von 1,54 % bleibt davon unberührt.
Die Einberufung der Schiedsstelle war nötig geworden, weil im März die Gebührenverhandlungen zwischen den Hebammenverbänden und den Spitzenverbänden der Krankenkassen gescheitert waren.
Wegen der dramatisch gestiegenen Haftpflichtprämien haben bereits 10 % aller freiberuflichen Hebammen, die Geburtshilfe anbieten, zum 1. Juli ihre Verträge gekündigt. Diejenigen Hebammen, die darauf gehofft hatten, durch eine angemessene Gebührenerhöhung für ihre Leistungen die gestiegenen Haftpflichtprämien zu kompensieren, sind durch die Entscheidung der Schiedsstelle bitter enttäuscht worden.
„Wenn es uns nicht gelingt eine realistische Perspektive für die freiberuflich tätigen Kolleginnen zu entwickeln, werden noch viele die Geburtshilfe aufgeben“, so die Präsidentin des deutschen Hebammenverbandes Martina Klenk.
„...Unsere Hoffnung richtet sich nun an die Politik. Parlamentarier auf Landes- und Bundesebene haben bereits ihre Unterstützung zugesagt“, ergänzt Martina Klenk.
In der vergangenen Woche forderte die Gesundheitsministerkonferenz einstimmig die Bundesregierung dazu auf, das Versorgungsangebot durch Hebammen sicher zu stellen. Auch Familienministerin Kristina Schröder hat in einem Interview auf die besondere Rolle der Hebammen im Kontext einer modernen Familienpolitik hingewiesen.
"Jetzt hoffen wir, dass diesen Worten Taten folgen und eine gute flächendeckende, geburtshilfliche Versorgung nicht einem falschen Sparzwang zum Opfer fällt“, so die Präsidentin abschließend.
Dr. Edith Wolber
Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes e.V.
Tel.: 06226 – 429400