31.10.2011

Düsseldorfer Landtag beschäftigt sich mit der Situation der Hebammen in NRW

Mitte September 2011 hat der Düsseldorfer Landtag eine umfangreiche Antwort auf die Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE vorgelegt. Der Landesverband der Hebammen NRW begrüßt sowohl die Initiative der Fraktion DIE LINKE als auch die ausführliche Beantwortung der Fragen durch die Landesregierung. Auf Bitten der Fraktion DIE LINKE nahm der Landesvorstand der Hebammen NRW ausführlich Stellung zu den Antworten der Landesregierung.

Anfang November führten Renate Egelkraut und Barbara Blomeier in Düsseldorf ein Gespräch mit Vertreterinnen der Fraktion DIE LINKE. Für Dezember ist eine Anhörung im Landtag geplant, an der der Landesvorstand teilnehmen wird. Die Fraktion DIE LINKE plant weitere Nachfragen und überlegt, die Landesregierung von der Notwendigkeit einer NRW-eigenen Erhebung zur Versorgung mit Hebammenhilfe zu überzeugen. Dies unterstützt der Landesverband der Hebammen NRW ausdrücklich!

Es sollte für ein Bundesland mit einer so hohen Bevölkerungsdichte wie NRW wichtig  sein zu wissen, ob eine adäquate Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe noch ausreichend gegeben ist. In dieser Hinsicht auf die Ergebnisse der bundesweiten Bedarfserhebungsstudie zu vertrauen, ist nicht sachdienlich, da diese Studie einen ganz anderen Schwerpunkt hat.

Die Zeit läuft davon

Im Hinblick auf die drohende Unterversorgung (ein Großteil der Hebammen ist jetzt zwischen 40 und 50 Jahren alt, in 10 Jahren droht ein altersbedingter Engpass), die für 2012 angekündigte weitere Erhöhung der Haftpflichtprämie und die jetzt schon aus einzelnen Regionen gemeldeten Versorgungsengpässe sollte dann auch explizit gefragt werden nach der Zahl der Hebammen, die die Betreuung im häuslichen Wochenbett durchführen. Sollte sich zeigen – und davon geht der Landesverband der Hebammen NRW aus - , dass bereits ein deutlicher Hebammenmangel zu verzeichnen ist, fordert der Verband mit aller Dringlichkeit, dass schnelle Lösungen gefunden werden, z.B. durch Schaffung von Anreizen für Hebammen, sich in ländlichen Regionen niederzulassen, Übernahme der Haftpflichtversicherung durch die Kommunen oder das Land, Sicherung eines Existenzminimums für die freiberuflich tätigen Hebammen.

Unsere Ziele

Ziel aller Bemühungen sollte es sein, jeder schwangeren Frau die freie Wahl ihres Geburtsortes zu ermöglichen und die Versorgung im Wochenbett bis zum Ende der Stillzeit mit der Garantie einer fachlich kompetenten medizinischen und psychosozialen Betreuung durch eine Hebamme sicherzustellen.

Zu diesem Zweck sollte es Aufgabe der Politik sein, dafür zu sorgen, dass jede Hebamme von ihrer Arbeit auch leben kann!

Die Stellungnahme des Landesverbandes der Hebammen NRW finden Sie hier.