12.07.2018

Hebammenberuf als Vorreiter

Gestern, am 11. 7. 2018, hat der Landtag NRW einstimmig die Verlängerung der Modellstudiengänge für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Hebammen bis zum Jahr 2021 beschlossen. Dieses Ergebnis war zu erwarten und freut uns natürlich.

Allerdings drängt für uns Hebammen die Zeit: Anfang 2020 soll nach dem Willen der EU und in Übereinstimmung mit dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung die Hebammenausbildung in die Verantwortung der Hochschulen überführt und damit zum Studium werden. Die Aussprache im Landtag zeigte deutlich, dass dies auch den Vertreter*innen von FDP, CDU, Grünen sowie Gesundheitsminister Laumann klar ist.

Überführung in Regelstudium überfällig

Nahezu alle Redner*innen waren sich darin einig, dass es nach 17 Jahren Laufzeit mehr als überfällig ist, die Modellstudiengänge endlich in ein Regelstudium zu überführen. Ebenfalls bestand Einigkeit darüber, dass bei Hebammen durch die EU-Richtlinie besonderer Handlungsbedarf besteht.

Wir begrüßen die Bereitschaft der Landesregierung, sich für die Akademisierung der Hebammenausbildung einzusetzen und teilen die Überzeugung unseres Gesundheitsministers, dass eine zugleich bodenständige und akademische Ausbildung das Gebot der Stunde ist. NRW hat die Möglichkeit, eine Vorreiterrolle einzunehmen und anhand der Hebammenausbildung beispielhaft zu zeigen, wie die Expertise der Hebammenschulen mit den Vorzügen einer praktischen Ausbildung in eine akademische Ausbildung integriert werden kann.

Mit diesem sogenannten dualen Studium die Hebammenausbildung vollständig an die Hochschule zu verlagern, wird mit Sicherheit die Attraktivität des Hebammenberufes steigern und langfristig dem Nachwuchsmangel entgegenwirken.

Die einzelnen Reden sind auf der Website des Landtags nachzuhören (ab 19.38 Uhr läuft die Aussprache)