27.09.2019

Bundestag bringt Hebammenstudium auf den Weg

Berlin, 27. September 2019: Deutscher Hebammenverband begrüßt Reform der Hebammenausbildung als sehr gelungen.

Der Deutsche Bundestag hat am 26. September in 2. und 3. Lesung das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung beschlossen. die Hebammenausbildung in Deutschland soll künftig den europaweit gültigen Standards entsprechend ausschließlich an Hochschulen stattfinden und mit dem Bachelor abschließen.

Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) begrüßt die Entscheidung als notwendige Weichenstellung für die Zukunft des Berufsstandes und für eine sichere Betreuung von Schwangeren und Familien auf hohem wissenschaftlichen Niveau. Die Reform muss noch vom Bundesrat bestätigt werden.

"Wir freuen uns, dass die lang erwartete große Reform des Hebammenberufes umgesetzt wird", kommentiert Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, die  Entscheidung. "Eine derartige Berufsreform sucht in Deutschland ihresgleichen. Als DHV haben wir uns in den vergangenen Jahren engagiert in die berufspolitischen Diskussionen eingebracht und halten den vorliegenden Gesetzentwurf für sehr gelungen."

Für Yvonne Bovermann, Beirätin für den Bildungsbereich im DHV, war die Entscheidung, die Berufsausbildung zu akademisieren, längst überfällig: "Hebammen werden durch die konsequente Umsetzung des neuen dualen, praxisintegrierenden Studiums weiterhin in hohem Maße und besser als bisher qualifiziert. Ihre praktische Ausbildung wird künftig eng verzahnt mit dem theoretischen und wissenschaftlichen Forschungsstand und wir sie bestens auf die steigenden Anforderungen unseres Berufes vorbereiten. Als großen Erfolg werten wir auch, dass Studierende künftig ein Gehalt bekommen. Alles zusammen wird die Attraktivität des Hebammenberufes steigern und für ausreichenden Nachwuchs sorgen."

Ein Wermutstropfen ist die nochmal um ein Jahr auf drei Jahre verlängerte Übergangsfrist für die Hebammenschulen. Dies bindet Personal und Ressourcen in einem alten Ausbildungssystem. Der DHV fordert, dass die erfahrenen Kolleginnen in der praktischen Anleitung und die Lehrerinnen der Hebammenschulen möglichst zeitnah ihr Wissen in das Hebammenstudium einbringen sollen.

Darüber hinaus soll jede Hebamme mit bereits gültiger Berufserlaubnis sowie alle, die noch einen berufsfachschulischen Abschluss erlangen werden, auf einem kurzen Weg einen Bachelorgrad erreichen können. Eine solche Regelung gab es in allen EU-Ländern, die ihre Gesundheitsfachberufe akademisiert haben. Dies würde erheblich zur breiten Akzeptanz und so zum Gelingen der Reform beitragen. Der DHV bedankt sich bei Bundesregierung und Koalition für das Erreichte - die Arbeit geht weiter!

Kontakt und weitere Informationen:

Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV)

Pressestelle

Telefon: 030/3940 677 30

E-Mail: presse(at)hebammenverband.de

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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit rund 20.000 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den Frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.