Pressemitteilung vom 08.03.2026
Schließung des Kreißsaals Bad Oeynhausen gefährdet einzigartiges Versorgungskonzept für herzkranke Kinder
Hebammenverband NRW fordert Überdenken der Entscheidung und politische Unterstützung durch das Land
Bad Oeynhausen / Düsseldorf, 08.03.2026 – Der Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen e.V. (LVH NRW) warnt vor den Folgen der geplanten Schließung des Kreißsaals am Krankenhaus Bad Oeynhausen. Die Einrichtung arbeitet seit vielen Jahren eng mit dem benachbarten Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ) zusammen und ermöglicht ein in Deutschland besonderes Versorgungskonzept für Familien mit herzkranken Kindern.
„Der Kreißsaal in Bad Oeynhausen ist weit mehr als eine regionale Geburtsstation. Hier hat sich über Jahre ein einzigartiges medizinisches Versorgungskonzept entwickelt, das Familien mit herzkranken Kindern zugutekommt“, sagt Michelle Rump, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hebammen NRW.
Durch die direkte räumliche Verbindung zwischen dem Krankenhaus Bad Oeynhausen und dem Herz- und Diabeteszentrum können Kinder mit angeborenen Herzfehlern unmittelbar nach der Geburt von spezialisierten Kinderkardiologen betreut werden – ohne dass Mutter und Kind getrennt werden müssen.
„An vielen anderen Standorten werden Neugeborene nach der Geburt in ein kinderkardiologisches Zentrum verlegt, während die Mutter im ursprünglichen Krankenhaus bleibt. In Bad Oeynhausen können Mutter und Kind zusammenbleiben. Gerade in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt ist das medizinisch und emotional von enormer Bedeutung“, so Rump.
Von diesem Konzept profitieren nicht nur Kinder mit angeborenen Herzfehlern. Auch Frauen mit eigener Herzerkrankung können durch die unmittelbare Nähe zum Herzzentrum besonders sicher betreut werden. Durch Fortschritte in der Medizin erreichen heute immer mehr Menschen mit angeborenen Herzfehlern das Erwachsenenalter – viele von ihnen möchten später selbst Kinder bekommen.
„Es ist ein großer Erfolg der Medizin, dass Frauen mit angeborenen Herzfehlern heute ein gesundes Leben führen und selbst Familien gründen können. Gerade für diese Frauen ist der Standort Bad Oeynhausen mit seiner spezialisierten Versorgung von unschätzbarem Wert“, erklärt Rump.
Der Hebammenverband NRW fordert deshalb, die Entscheidung zur Schließung des Kreißsaals noch einmal zu überprüfen und das besondere Versorgungskonzept zu erhalten. Gleichzeitig sieht der Verband auch das Land Nordrhein-Westfalen in der Verantwortung.
„Geburtshilfe gehört zur medizinischen Grundversorgung und zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Wenn wirtschaftliche Rahmenbedingungen dazu führen, dass selbst bewährte und medizinisch sinnvolle Versorgungsstrukturen verschwinden, braucht es politische Lösungen“, sagt Rump.
Der Landesverband appelliert daher an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS), gemeinsam mit den Verantwortlichen der Mühlenkreiskliniken nach Möglichkeiten zu suchen, den Standort langfristig zu sichern.
„Gerade kleinere Geburtshilfen stehen bundesweit unter Druck, obwohl sie für eine flächendeckende Versorgung unverzichtbar sind. Bad Oeynhausen zeigt, wie wichtig spezialisierte Geburtshilfe auch überregional sein kann. Dieses Konzept darf nicht verloren gehen“, so Rump.
Hier gelangen Sie zum Statement im PDF-Format.
Pressekontakt:
Michelle Rump, 1. Vorsitzende im Landesverband der Hebammen NRW e.V.
1.vorsitz@hebammennrw.de
0151 56024302
www.hebammen-nrw.de

